Zwei Gründer wollen das perfekte T-Shirt für Männer verkaufen

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Interview mit dem Handelsblatt

Nadia Botzenhard und Thomas Escher vertreiben nichts als weiße Shirts. Auf Investoren verzichten die Gründer von Whytes bislang bewusst.

Düsseldorf – Neue Farben, neue Muster, neue Schnitte: Alle Modefirmen wetteifern darum, die Kunden immer wieder mit frischen Kollektionen zu überraschen. Nur Nadia Botzenhard und Thomas Escher nicht. Sie machen genau das Gegenteil.

„Wir verkaufen nur weiße T-Shirts“, sagt die Mitgründerin des Start-ups Whytes aus München. „Uns ist aufgefallen, dass es für Männer kaum gut geschnittene, hochwertige weiße T-Shirts gibt“, ergänzt Thomas Escher, auch privat der Partner von Botzenhard.

Die beiden sind nicht mehr ganz so jung wie viele Neugründer. Botzenhard, 38, hat als Designerin in der Modebranche unter anderem für den britischen Kreativen John Richmond gearbeitet. Escher, 40, der BWL studierte, arbeitet seit vielen Jahren bei Verlagen und Marketingagenturen. Beide lebten zuletzt in New York, wo ihnen die Idee mit der Premiummarke für T-Shirts kam.

Die Gründer haben 150 Männer im Englischen Garten in München selbst vermessen, um Schnitte zu entwickeln, die auch wirklich passen.

Sie haben fast 400 Modeexperten nach ihren Wünschen gefragt, vom Designer über den Einzelhändler bis zu Bloggern. Danach haben sie 150 Männer im Englischen Garten in München selbst vermessen, um Schnitte zu entwickeln, die auch wirklich passen. Anfang 2016 starteten sie dann mit dem Onlineverkauf ihrer T-Shirts. Heute gibt es sie in zwölf Größen mit zwei verschiedenen Kragenformen.

Dass sie sich auf Männer als Zielgruppe konzentrieren, hat einen einfachen Grund: „Wenn Männer einmal von einem Produkt überzeugt sind, kaufen sie es immer wieder“, sagt Botzenhard. Mit zwei Prozent sei die Retourenquote niedrig. Bei Zalando beträgt sie 50 Prozent. Bewusst haben sie sich gegen den Verkauf bei Amazon entschieden.

„T-Shirts aus Buchenholz halten länger, verziehen sich nicht und brauchen weniger Trinkwasser bei der Produktion.“

Botzenhard und Escher lassen die T-Shirts in Berlin nähen. Der Stoff, ein Mischgewebe aus gekämmter Baumwolle und einem Zellstoff aus Buche, wird in Italien produziert. „Dieser Stoff hält länger, verzieht sich nicht und braucht weniger Trinkwasser bei der Produktion“, wirbt die Mitgründerin für das Mischgewebe.

Sie bieten die Kleider über den eigenen Onlineshop und wenige ausgesuchte Fachhändler an. „Wir haben uns bewusst gegen den Verkauf bei Amazon oder ähnlichen Plattformen entschieden, weil da vor allem der Preis im Vordergrund steht“, sagt Escher. Alle T-Shirts werden nach dem Nähen nach München geschickt, wo sie einer von fünf festen Mitarbeitern mit einem persönlichen Gruß in einen Karton packt.

„Es gibt im Handel einen Markt für hochwertige, weiße T-Shirts für Männer.“

Nicht jeder Kunde ist bereit, für das T-Shirt 39 Euro zu zahlen, wo es doch sonst dafür gleich drei gibt. So kaufen bei Whytes „eher Banker, Architekten, Unternehmensberater oder Ärzte ein“, erzählt Escher.
Branchenkenner halten Whytes „für ein gutes Geschäftsmodell“, wie Unternehmensberaterin Beate Hölters sagt. „Es gibt im Handel einen Markt für hochwertige, weiße T-Shirts für Männer.“

Im vergangenen Jahr hat Whytes einen Umsatz von 200.000 Euro erzielt und „eine schwarze Null geschrieben“, so Escher. Für das laufende Jahr erwartet er ein Umsatzplus von 50 Prozent. Eigentlich würde ein Unternehmen in der Aufbauphase Investoren beteiligen, um schneller zu wachsen. Doch die Gründer „wollen lieber unsere Marke in Ruhe und konsequent aufbauen, ohne den Druck fremder Geldgeber“, findet Escher. Botzenhard nickt.

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